Markus Berger: “Will bald wieder helfen”

Der Schockmoment ereilt Markus Berger am 20. September: Im Cupspiel gegen Horn verletzt er sich schwer, das Innenband im Sprunggelenk ist gerissen. Fünf Monate später ist "Max" aber schon wieder auf dem Weg zurück. Uns erzählt der Weltenbummler, wie es ihm geht, warum er "sein" Trainingslager verpassen wird und weshalb es ihn zum SV Grödig gezogen hat. 

Markus, wichtigste Frage vorab, wie geht es dir und wann sehen wir dich wieder am Platz? 

Es geht schon sehr gut voran, normale Laufeinheiten kann ich fast problemlos absolvieren. Für das Training mit dem Ball ist es aber noch zu früh, das wird noch 2-3 Wochen dauern. Ich hoffe, dass ich spätestens bis Ende März wieder komplett einsatzfähig bin. Vielleicht geht es sich sogar bis zum Cupspiel gegen den Lask (4. April, Anm. d. R.) aus, das wäre natürlich ideal. 

Was kannst du jetzt noch tun, dass du so schnell wie möglich wieder fit wirst?

Seit dem Trainingsauftakt war ich immer beim Team und habe meine Übungen gemacht. Im Moment mache ich meine Physiotherapie aber in Karlsruhe fertig. Hier bei Mike Steverding, dem Arzt des Nationalteams, bin ich bestens aufgehoben. Er weiß was jetzt zu tun ist, wann ich wieder ins Training einsteigen soll. Wir arbeiten 8 Stunden am Tag unter besten Bedingungen, besser geht es nicht.

Wie geht man eigentlich mit so einer schweren Verletzung um?

Gott sei dank war das die erste große Verletzung in meiner Karriere, bis zu diesem Spiel bin ich immer verschont geblieben. Dass es mir nun auch passiert ist, war natürlich ungewohnt. Aber ich habe es relativ gut aufgenommen und tue alles, dass ich so schnell wie möglich wieder zurück bin. Die Heilung ist wirklich sehr gut verlaufen, für die Schwere der Verletzung bin ich relativ früh dran. 

Dennoch wird sich das Traningslager in Portugal (25.2.-4.3.) für dich wohl nicht ausgehen?

Nein, leider macht das im Moment einfach keinen Sinn. Für mich ist jetzt wichtig, dass ich mein Sprunggelenk ordentlich therapiere. Da ich noch nicht mit dem Ball arbeiten kann, haben wir entschieden, dass ich hierbleibe und das Trainingslager auslasse. 

Du kannst uns aber sicher einiges darüber verraten, immerhin hast du das Trainingslager mitorganisiert?

Genau, ich war während meiner Karriere in Portugal schon mit zwei Vereinen dort. Das ist wirklich ein Top-Traningszentrum im Norden des Landes, wo sich unser Team perfekt auf die Meisterschaft vorbereiten kann. Deshalb habe ich es unserem Trainer und Manager vorgeschlagen. Neben 2 Trainingseinheiten am Tag, steht auch ein Testspiel gegen meinen Ex-Verein Academica Coimbra auf dem Programm.

Umso mehr schmerzt es wahrscheinlich, dass du nicht mitfahren kannst?

Auf jeden Fall, das ist schon bitter. Portugal ist meine zweite Heimat, immerhin habe ich dort 8 Jahre lang gespielt und noch viele Freunde dort. Das tut schon weh. Aber das Wichtigste ist, dass ich der Mannschaft helfe und nicht, dass ich als Reiseleiter mitfahre. Das kann ich am Besten, wenn ich so schnell wie möglich wieder fit werde und bald wieder Fußballspielen kann. 

Apropos Fußballspielen, was hat dich nach Stationen in Deutschland, Norwegen, Ukraine oder Russland zurück nach Österreich gezogen?

Ich war seit meinem 15. Lebensjahr durchgehend im Ausland, also mein halbes Leben lang. Das war jetzt auch ein Schritt für meine Familie. Sie haben mich auf all den Stationen begleitet, deshalb wollte ich ihnen bewusst wieder Stabilität geben. Familie ist für mich ein rießiger Punkt wo ich sage da verzichte ich auf was, dafür geht es meiner Familie gut. Deshalb die Rückkehr nach Hause, nach Salzburg. 

... und du kannst mit deinem Bruder (Hans-Peter, Anm.) spielen!

Genau. Wir haben immer schon gesagt, zum Schluss der Karriere möchten wir einen Verein finden, wo wir gemeinsam spielen können. Das war ein großes Ziel. Dass das in Grödig möglich ist ist super und wir hoffen, dass wir noch einige Jahre gemeinsam spielen können. Der SVG hat große Ziele in den nächsten Jahren und wir hoffen, dass wir unseren Teil dazu beitragen können, dass der SVG wieder ganz nach oben kommt. 

Der SV Grödig war also die richtige Entscheidung?

Auf alle Fälle. Christian Haas hat mich schon beim ersten Gespräch überzeugt, deshalb wollte ich auch hier herkommen. Was dazukommt sind die super Rahmenbedingungen. Der SV Grödig hat ein Stadion und beste Trainingsmöglichkeiten in Rif. Da hast du alles was du brauchst, diese Professionalität war mir sehr wichtig. 

Die Grundlagen also für eine erfolgreiche Saison. Was glaubst du ist heuer noch drin?

Es ist natürlich so, dass das Präsidium vorgegeben hat, dass wir nicht aufsteigen wollen, das ist auch legitim. Dafür möchten wir nächste Saison angreifen in Richtung 2. Liga. Kurzfristig möchten wir auf jeden Fall den 1. Platz beibehalten und Meister werden. Im Cup sind wir schon sehr weit gekommen, mit dem LASK wartet erneut eine interessante Aufgabe. Wir haben schon 2 Zweitligavereinen hinausgeworfen und werden auch gegen Linz unsere Chance bekommen.  Sie sind natürlich der große Favorit, aber im Cup und im Fußball ist viel möglich, das haben wir schon bewiesen. 

Super, Markus, danke für das Gespräch!