“Ich möchte dem Verein etwas zurückgeben”

Dominik Baumgartner gehört zu den vielversprechendsten Abwehrtalenten in Österreich. Bereits mit 16 Jahren gab er für Horn sein Debüt in der Sky Go Ersten Liga, mit 17 Jahren fuhr er zur U17-WM und spielte als jüngerer Jahrgang schon in der U19 Nationalmannschaft. Dann riss er sich gleich zwei Mal das Kreuzband, bevor er zum SV Grödig wechselte.

Inzwischen ist der 19-jährige Niederösterreicher aber wieder zurück und hat sich mit starken Leistungen in die Stammelf des SV Grödig gespielt und es sogar ins U21-Nationalteam geschafft. Im Interview spricht "Baumi" über seine ersten Spiele in der Bundesliga, seine zwei Kreuzbandrisse und das Sprungbrett SV Grödig.

Baumi, am 28. Februar hast du dein Debüt in der Bundesliga gefeiert, und zwar gleich im Ernst-Happel-Stadion gegen Rapid Wien. Diesen Tag wirst du wohl nicht mehr so schnell vergessen?

Nein bestimmt nicht (lacht). Es war für mich eine super Erfahrung, weil es immer schon ein Kindheitstraum war, einmal in der Bundesliga zu spielen. Dass es dann gleich gegen Rapid war, vor so vielen Fans, ist schon ein Wahnsinn. Es war nicht einfach, weil ich davor noch kein Spiel mit der Mannschaft bestritten habe und ins kalte Wasser geworfen wurde, aber für das erste Spiel, nach einer so langen Verletzung, gegen so einen Gegner war es ganz ok, auch wenn wir am Ende leider verloren haben (2:3 Anm. d. Red.).

Inzwischen hast du dich beim SV Grödig zum Stammspieler entwickelt und fünf von sechs Spielen über die volle Distanz bestritten. Wie würdest du deine ersten Einsätze zusammenfassen?

Nach der Verletzung hätte ich nicht damit gerechnet, dass ich gleich so viel spielen werde.  Dass es jetzt aber fünf von sechs Spielen waren seit ich wieder fit bin, hat meine Erwartungen eigentlich übertroffen. Das Niveau in der Bundesliga ist natürlich schon noch höher wie vorher in der Ersten Liga. Ich habe mich aber relativ schnell darauf eingestellt und kann glaube ich mit meinen ersten Einsätzen schon zufrieden sein. Was fehlt ist nur noch ein Erfolg.

Vor deiner Rückkehr lief es für dich nicht immer so gut. Du hast in deinem jungen Alter bereits zwei Kreuzbandrisse hinter dir. Wie sehr haben dich diese Verletzungen geprägt?

So etwas prägt einen natürlich schon und das vergisst man auch nicht. Wenn man eineinhalb Jahre nur in der Kraftkammer trainieren kann, dann ist das auch vom Kopf her nicht immer leicht. In gewisser Hinsicht war es aber auch hilfreich, weil es mich in meiner ganzen Persönlichkeit positiv geprägt hat und auch im körperlichen Bereich konnte ich mich gut weiterentwickeln. Die Qualität verliert man zum Glück ja trotzdem nicht (lacht).

Denkst du auf dem Platz aber noch ab und zu darüber nach?

Nach der zweiten Verletzung habe ich mir schon ab und zu Gedanken gemacht und mich etwas langsamer versucht heranzutasten. Aber jetzt ist das eigentlich wieder weg. Für mich war es sehr wichtig, dass ich nach den Verletzungen relativ schnell wieder zum Stammspieler geworden bin und die Trainer mir das Vertrauen gegeben haben. Dass es nach der zweiten Verletzung so schnell wieder so gut läuft, hätte ich mir nicht gedacht.

Der SV Grödig hat dich im letzten Jahr verpflichtet, obwohl du zu diesem Zeitpunkt verletzt warst. Was hat das für dich bedeutet?

Dafür bin ich dem SV Grödig wirklich sehr dankbar. Es hat vor meiner Verletzung auch Gespräche mit anderen Vereinen gegeben, die dann aber abgesprungen sind. Grödig hingegen hat mich trotzdem gewollt, was nicht selbstverständlich ist und ich sehr schätze. Auch die medizinische Betreuung war wirklich super. Jetzt hoffe ich natürlich, dass ich dem Verein etwas zurückgeben kann und dass wir mit Grödig noch die Klasse halten werden.

Für einen jungen Spieler wie dich war es also genau die richtige Wahl?

Auf jeden Fall. Der Verein definiert sich als Ausbildungsverein und das sieht man auch. Wenn man sich anschaut wie viele Spieler schon hier den Sprung geschafft haben, dann passt die Philosophie, die Christian Haas eingeschlagen hat. Dieser Weg war sehr erfolgreich und bietet gerade für mich als jungen Spieler eine riesen Möglichkeit, den nächsten Sprung in meiner Karriere zu schaffen. 

Zum Abschluss noch eine, Frage, die sich alle Fans stellen. Wie schaffen wir es unten noch raus?

Es ist natürlich keine einfache Situation und es wird von Spiel zu Spiel schwieriger. Trotzdem sind es nur sechs Punkte und ich glaube, dass wenn uns einmal ein Sieg gelingt, dann kann es schnell wieder zu einem Umdenken im Kopf kommen. Wir brauchen einfach einen Lauf, dann ist sicher noch viel möglich. 

Vielen Dank, Baumi!